Wenn Beschwerden viele Systeme gleichzeitig betreffen
Manchmal muss man genauer hinschauen.
Chronische Erschöpfung, Reizdarm, Histaminreaktionen, Stressintoleranz oder eine auffallend geringe Belastbarkeit – viele Menschen mit komplexen Beschwerden haben bereits zahlreiche Untersuchungen, Ernährungsumstellungen oder Nahrungsergänzungsmittel ausprobiert. Trotzdem bleibt häufig das Gefühl:
„Irgendetwas wird übersehen und passt nicht richtig zusammen.“
Gerade Menschen mit zahlreichen Beschwerden stoßen im Laufe ihrer Gesundheitsreise irgendwann auf einen Begriff, nämlich HPU.
HPU steht für Hämopyrrollaktamurie.
Das Thema wird kontrovers diskutiert und ist vielen Menschen – selbst nach langer Beschwerdegeschichte – zunächst unbekannt. Gleichzeitig berichten Betroffene häufig, dass sie sich in bestimmten Mustern und Symptomen stark wiedererkennen.
So ging es mir auch vor Jahren: mein Alltag war geprägt von chronischer Erschöpfung nach einer Impfung mit zahlreichen Beschwerden und ich fragte mich was meinem Körper fehlte.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl?
In diesem Artikel schauen wir uns deshalb genauer an was HPU beschreibt, warum das Symptombild oft komplex ist, welche möglichen Hinweise auftreten können und warum HPU häufig nicht isoliert betrachtet werden sollte.
Was bedeutet Hämopyrrollaktamurie (HPU)?
Bei HPU handelt es sich um eine Stoffwechselstörung, die mit einer verminderten Hämbildung und einer vermehrten Ausscheidung bestimmter Stoffwechselprodukte einhergeht. Im Zusammenhang mit HPU wird diskutiert, dass dadurch unter anderem Mikronährstoffe wie z.B. Vitamin B6, Zink Mangan, Chrom verstärkt gebunden und über den Urin ausgeschieden werden können. Betroffene berichten teilweise über familiäre Häufungen von HPU.
Diese Mikronährstoffe spielen wiederum eine Rolle bei:
● Nervensystem,
● Stressregulation,
● Energieproduktion,
● Entgiftungsprozessen,
● Hormonstoffwechsel
● und Darmgesundheit.
Hinweis
HPU ist aktuell kein allgemein schulmedizinisch anerkanntes Krankheitsbild. Das Thema wird vor allem im Bereich funktioneller und orthomolekularer Ansätze diskutiert.
Das macht es für Betroffene nicht immer leicht Hilfe, Unterstützung oder fachliche Einordnung zu bekommen – wie ich aus eigener Erfahrung weiß.
Warum HPU häufig schwer erkannt wird
Die Beschwerden sind außerdem oft unspezifisch und betreffen mehrere Körpersysteme gleichzeitig.
Viele Betroffene erleben:
wechselnde Symptome
Hinzu kommt, dass die Beschwerden häufig nicht eindeutig in ein einzelnes Fachgebiet passen, weil sie so weitreichend sind.
Gerade deshalb berichten viele Menschen erst spät von einer möglichen HPU.
Mögliche Hinweise auf HPU
Ich möchte darauf hinweisen, dass nicht jeder Mensch mit diesen Beschwerden automatisch HPU hat!
Dennoch berichten viele Betroffene über ähnliche Muster.
Warum Reizdarm und HPU häufig gemeinsam auftreten
Viele Menschen mit HPU berichten zusätzlich über: Blähbauch, Völlegefühl, wechselnden Stuhl, Unverträglichkeiten, Histaminreaktionen oder starke Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Lebensmitteln.
Das bedeutet nicht automatisch: „HPU verursacht Reizdarm.“
In der Praxis zeigen sich jedoch häufig Zusammenhänge zwischen Stoffwechselbelastung, Mikronährstoffstatus, Stressregulation, Nervensystem, Immunsystem und Darmgesundheit.
Der Praxisalltag zeigt, dass Betroffene mit HPU daher häufiger zu einem sog. Leaky gut syndrom, Reizdarm, oft auch Reizmagen, Dünndarmfehlbesiedlungen im Darm durch Bakterien und Pilze neigen.
Gerade deshalb lohnt sich häufig eine ganzheitliche Betrachtung statt einer rein symptomorientierten Sichtweise.
„Reizdarm trotz gesunder Ernährung – warum Beschwerden oft tiefer liegen“
Die Rolle von Stress und Nervensystem
Viele Menschen mit HPU berichten zusätzlich über hohe Stresssensibilität, schnelle Überforderung, geringe Regenerationsfähigkeit, Schlafprobleme oder starke innere Anspannung.
Das Nervensystem spielt dabei häufig eine wichtige Rolle.
Chronischer Stress kann wiederum Verdauung, Darmbewegung, Regeneration und Mikronährstoffbedarf beeinflussen.
Dadurch entstehen häufig komplexe Wechselwirkungen zwischen Stoffwechsel, Darmgesundheit, Nervensystem und Belastbarkeit.
Warum HPU häufig mit Unverträglichkeiten verbunden wird
Viele Betroffene berichten: „Ich vertrage immer weniger.“
Gerade bei Histaminreaktionen, empfindlichem Nervensystem, Reizdarm, Erschöpfung oder starker Stressbelastung kann das Gefühl entstehen, dass der Körper auf immer mehr Reize reagiert. In einigen Fällen können mastzellbezogene Reaktionen auftreten.
Mögliche Einflussfaktoren können dabei u.a. sein Mikronährstoffmängel, Dysbiosen, eingeschränkte Darmbarrierefunktion, Entzündungsprozesse im Darm, verminderte Immunabwehr, Dünndarmfehlbesiedlungen verschiedener Art, chronische Belastungen, eingeschränkte Regeneration, Stressbelastung.
Deshalb greifen isolierte Ansätze häufig zu kurz.
Mehr dazu im Artikel:
„Histaminintoleranz oder Mastzellaktivierung – warum viele Betroffene feststecken“
Belastungen in Darm & Stoffwechsel finden
Viele Menschen mit komplexen Beschwerden fühlen sich irgendwann orientierungslos zwischen Nahrungsergänzungsmitteln, Ernährungsansätzen, Darmkuren und widersprüchlichen Informationen.
Gerade deshalb kann eine strukturierte Einordnung helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen und den Körper nicht ausschließlich über Kontrolle regulieren zu wollen.
Im Ayuformation Reizdarm-Startprogramm werden typische Zusammenhänge bei Reizdarm, Histamin, Nervensystem und Stoffwechsel bzw. möglicher HPU verständlich erklärt.
Wichtige Säulen in der Beratung bei HPU
In der HPU-Beratung spielen häufig mehrere Bereiche zusammen:
1. Darmgesundheit
Der Darm beeinflusst unter anderem die Aufnahme von Nährstoffen, Immunprozesse, Histaminreaktionen sowie die Kommunikation zwischen Darm und Nervensystem über die Darm-Hirn-Achse.
Gerade bei HPU kann es deshalb sinnvoll sein, auch die Darmgesundheit mit in die Betrachtung einzubeziehen – insbesondere dann, wenn trotz einer gezielten Mikronährstoffversorgung weiterhin Beschwerden wie Reizdarm, Unverträglichkeiten, Blähbauch oder Histaminreaktionen bestehen.
In der Praxis zeigen sich bei manchen Betroffenen zusätzlich Veränderungen des Darmmilieus, Dysbiosen, erhöhte Histaminbildner oder Hinweise auf Dünndarmfehlbesiedlungen durch Bakterien (SIBO/IMO/ISO) oder Pilze (SIFO), sowie sehr oft Histaminabbaustörungen.
Da Darmzustand, Verdauung und Nährstoffaufnahme eng miteinander verbunden sind, kann eine ergänzende Betrachtung des Darms dabei helfen, mögliche Zusammenhänge besser zu verstehen und individuelle Prioritäten für die nächsten Schritte abzuleiten.
Mehr zu den Unterschieden zwischen Reizdarm und Dünndarmfehlbesiedlung erfährst du hier:
„SIBO Symptome vs. Reizdarm – wichtige Unterschiede einfach erklärt“
2. Mikronährstoffe
Während Kinder und Jugendliche auf eine gezielte Mikronährstoffversorgung bei HPU häufig vergleichsweise rasch ansprechen, benötigt die Regulation bei Erwachsenen oft mehr Zeit. Bis sich Stoffwechsel- und Regulationsprozesse stabilisieren, vergehen nicht selten sechs Monate oder länger. Eine individuelle Betrachtung und Beratung ist dabei wichtig. Man unterscheidet verschiedene Ausprägungen der HPU (Polymorphismen).
3. Ernährung & Entgiftung
4. Stressmanagement und Nervensystem
5. Entlastung und Regeneration
In solchen Situationen beobachten Betroffene nicht selten vermehrte Histaminreaktionen oder mastzellbezogene Beschwerden. Diskutiert werden dabei verschiedene Einflussfaktoren, darunter chronischer Stress, Nährstoffmängel, Entzündungsprozesse, Darmbelastungen oder andere Regulationsstörungen.
Mehr zu möglichen Zusammenhängen zwischen HPU, Histaminreaktionen und mastzellbezogenen Beschwerden erfährst du im Ayuformation Health Talk (Episoden 91–93).
Strukturierte Begleitung bei HPU
Viele Menschen mit HPU fühlen sich lange orientierungslos aufgrund von zu vielen Informationen, widersprüchliche Empfehlungen, Unsicherheit bei Nahrungsergänzungsmitteln, wechselnde Beschwerden.
Gerade deshalb kann eine strukturierte Begleitung helfen Zusammenhänge besser zu verstehen, Prioritäten im Vorgehen zu setzen und den Körper nicht ausschließlich über Kontrolle zu regulieren. Denn HPU kann sehr viele Körpersysteme beeinflussen.
In der Ayuformation Praxis betrachten wir HPU deshalb nicht isoliert.
Als ausgebildete HPU-Beraterin begleite ich Menschen mit komplexen Beschwerden deshalb mit einer strukturierten Betrachtung möglicher Zusammenhänge – individuell und alltagsnah.
Erfahre hier wie diese Begleitung im Rahmen unseres 4-Phasen-Konzepts aussehen kann.
Häufige Fehler bei HPU
Fehler 1:
Nur Nahrungsergänzungsmittel zu fokussieren
Fehler 2:
Immer restriktiver zu werden
Fehler 3:
Beschwerden isoliert zu betrachten
FAQ – Häufige Fragen zu HPU
Ist HPU eine anerkannte Erkrankung?
Können Reizdarm und HPU zusammen auftreten?
Ja. Viele Betroffene berichten sowohl über HPU als auch über Beschwerden wie Reizdarm, Reizmagen, Unverträglichkeiten, v.a. Histaminintoleranz oder Blähbauch.
In der Praxis werden Zusammenhänge zwischen Stoffwechsel, Nervensystem, Verdauung und Darmgesundheit häufig diskutiert und beobachtet. Auch in unserer Beratung berichten viele Menschen mit HPU über funktionelle Darmbeschwerden und Reizdarm zu Beginn der Beratung.
Darüber hinaus können bei manchen Betroffenen Veränderungen des Darmmilieus, Histaminreaktionen oder Hinweise auf Dünndarmfehlbesiedlungen (SIBO/SIFO) auftreten. Diskutiert werden dabei verschiedene Einflussfaktoren, darunter Veränderungen der Verdauungsleistung, der Nährstoffversorgung, der Darmbewegung, sowie weitere individuelle Belastungsfaktoren.
Mehr Informationen zu Dünndarmfehlbesiedlungen, typischen Symptomen und möglichen Zusammenhängen findest du in unserem kostenfreien SIBO-Guide.
Warum reagieren manche Menschen so empfindlich auf Stress?
Stressregulation, Nervensystem und Stoffwechsel stehen eng miteinander in Verbindung. Auch bei Mastzellbeteiligung wird sehr sensibel auf Stress reagiert.
Können Mikronährstoffe eine Rolle spielen?
Im Zusammenhang mit HPU werden insbesondere Vitamin B6, Zink und Mangan diskutiert, aber auch weitere Vitalstoffe, die für die Funktion des Stoffwechsels wesentlich sind.
Kann HPU auch bei Kindern auftreten?
Ja. Im Zusammenhang mit HPU wird beobachtet, dass bereits Kinder entsprechende Beschwerdemuster zeigen können. Häufig betroffen sind Mädchen. Viele Eltern berichten unter anderem über hohe Sensibilität, schnelle Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, ggf. auch schon Bauchbeschwerden oder Stressintoleranz.
Gerade bei Kindern zeigt sich häufig, dass eine frühzeitige strukturierte Begleitung sinnvoll sein kann. In der Praxis zeigt sich oft, dass Kinder schneller auf strukturierte Maßnahmen ansprechen können, da Belastungen häufig noch nicht über viele Jahre chronifiziert sind. Wichtig ist dabei immer eine individuelle und alltagsgerechte Betrachtung der jeweiligen Situation.
Was nimmst Du mit?
HPU betrifft häufig mehr als nur den Stoffwechsel!
Viele Menschen mit HPU berichten nicht nur über Erschöpfung, sondern auch über Reizdarm, Histaminreaktionen, Stressintoleranz, Unverträglichkeiten und eingeschränkte Belastbarkeit.
Oft fehlt schlicht eine sinnvolle Struktur und Einordnung komplexer Zusammenhänge.
Weiterführende Inhalte
Ayuformation
Health Talk
Podcastfolge #56:
„Erschöpfung, Reizdarm, HPU“ mit HPU-Expertin Sonja Schmitzer.
Ayuformation
Praxis
Reizdarm-
Startprogramm
Quellen
Hämopyrrollaktamurie (HPU/KPU) – Labordiagnostik und mögliche Zusammenhänge. Informationen zu Diagnostik, Mikronährstoffverlusten und möglichen Beschwerdebildern im Zusammenhang mit HPU/KPU.
2. Kamsteeg EJ.
HPU und dann…?
KEAC, Niederlande.
Grundlagenwerk zu HPU, möglichen Symptomen und orthomolekularen Zusammenhängen.
3. Kuklinski B.
Mitochondrientherapie – die Alternative
Aurum Verlag. Beschreibt Zusammenhänge zwischen Mikronährstoffen, Stressregulation, Stoffwechsel und chronischer Erschöpfung im funktionellen Kontext.





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